Deutschland folgt nach

Am 12.08.2008 wurde in Frankfurt am Main Deutschlands erste Begegnungszone eingeweiht. Nach Schweizer Vorbild wurden im innenstadtnahen Nordend-Quartier zwei Wohnstraßen durch neuartige Bodenmarkierungen und kommunikationsfördernde Möblierungselemente umgestaltet. Auf bauliche Maßnahmen wurde verzichtet und so konnte auf kostengünstige Art und Weise ein attraktives Miteinander der Verkehrs- und Aufenthaltsfunktionen erreicht werden. Teilweise nutzen auch angrenzende Kindertagesstätten die neuen Möglichkeiten im Straßenraum.

Um die Verkehrssicherheit noch zu erhöhen, wurden die Eingangsbereiche durch auffällige Schachbrettmarkierungen und Hinweistafeln hervorgehoben. Anders als in der Schweiz ist die Begegnungszone in Frankfurt aufgrund des bislang fehlenden rechtlichen Rahmens in Deutschland als verkehrsberuhigter Bereich mit Schrittgeschwindigkeit ausgewiesen.

Die Begegnungszone der Mainmetropole ist als Verkehrsversuch im Rahmen eines Modellprojekts des Experimentellen Wohnungs- und Städtebaus (ExWoSt) des Bundes angelegt und wird konzeptionell und evaluierend durch das Verkehrs- und Stadtplanungsbüro Planersocietät aus Dortmund wissenschaftlich begleitet.

Es wird sich zeigen, inwiefern sich die Ansätze aus der Schweiz auf die Situation in Deutschland übertragen lassen, auch wenn die ersten Erfahrungen vielversprechend sind. Neben Frankfurt am Main überlegen auch weitere deutsche Städte, Begegnungszonen einzurichten. Insbesondere für Geschäftsstraßen oder Platzbereiche erscheint dieses Konzept als praktikable, vermittelbare und ansprechende Gestaltungsoption und als Alternative zu kostenintensiv gestalteten Fußgängerzonen.